Die digitale Revolution?

Seit dem heutigen Dienstag, 20. Februar 2018 läuft die weltweit größte Bildungsmesse in Hannover – die Didacta. Neben vielen wichtigen Themen in der Bildung ist der Schwerpunkt die Digitalisierung.

Es lohnt sich definitiv für alle an Schule beteiligten Personen, hier vorbeizuschauen. Schülerinnen und Schüler, Eltern und Lehrkräfte können (nicht nur) digitale Unterrichtsbeispiele ausprobieren oder sich davon inspirieren lassen. Parallel wird auf der Didacta sehr viel diskutiert und präsentiert.

Beispielsweise war sich der seit kurzem im Amt tätige niedersächsische Kultusminister Grant Hendrik Tonne mit den anderen Diskussionsteilnehmern, z.B. einer Auszubildenden aus Hannover, einig: die Digitalisierung bzw. die digitale Revolution darf den Schulen nichts überstülpen. Dieser Prozess muss gemeinsam gestaltet werden, es erfordert Fort- und Weiterbildung und einer angemessenen Ausstattung mit Mitteln von Bund und Ländern

Ebenso sieht es Dr. Julia Behrens von der Bertelsmann Stiftung. Sie stellte ein Ergebnis aus einer Studie vor. Demnach stehen vier von fünf Lehrkräften der Digitalisierung kritisch gegenüber. Lehramtsstudierende, Kollegium und Schulleitung können nur mit einem gemeinsamen Konzept erfolgreich sein. Als positives Beispiel nannte sie die Niederlande, wo sowohl Inklusion in den Schulen stattfindet, Tablets in den Klassen genutzt werden und zur Organisation des Unterricht Lehrkräfte ebenfalls digitale Medien einsetzen. Sie sprach von einer Idee, einer Haltung von allen beteiligten Personen und benannte drei Säulen: Technik, Fortbildung, Schulkonzept.

Gestritten wird hier nicht über das OB, sondern über das WIE und das WANN. BYOD (bring your own device = benutze dein eigenes Gerät) wird ebenso von vielen Fachleuten befürwortet, wie die Anschaffung von Geräten durch die Schulträger.

Die Stadt Hannover investiert nach eigener Aussage derzeit sechs Millionen Euro in fünf Projektschulen, das sind ca. 150 digitale Endgeräte, allein mit Kosten von 350.000 € für Endgeräte der Lehrkräfte.

Ein weiteres Highlight, wieder mit dem Kultusminister Tonne, ist die aktuell laufende Präsentation der niedersächsischen Bildungscloud, welche durch und mit der Landesinitiative n-21 realisiert wurde. Die Bildungscloud ersetzt nicht etwa etablierte Software in den Schulen, wie z.B. iServ, WebWeaver, oder andere, sie vereint verschiedene Systeme und vernetzt die Schulen miteinander. Dazu gehört beispielsweise ein datenschutz-konformer Messenger, kollaboratives Lernen, gemeinsame Materialien, usw. Auf den ersten Blick sieht es so aus, als vereine diese Bildungscloud die beiden umstrittenen Ansätze, nämlich BYOD auf der einen und durch den Schulträger finanzierte Geräte auf der anderen Seite. Mehr dazu unter [https://niedersachsen.cloud].

Es bleibt spannend, wie, wann und tatsächlich ob sich die hier auf der Didacta sogenannte digitale Revolution in den Schulen zeigt.