Musical „Oliver“ 2010

Oliver! – the show must go on…

Kaum waren die Vampire vertrieben und der letzte Geruch von Knoblauch in der Aula der Marie Curie Schule nicht mehr zu riechen, schon machten die Schülerinnen und Schüler die Bekanntschaft mit Gaunern wie Fagin, Bill Sikes und Artful Dodger, dem Leichenbestatter Sowerberry, leichten Damen wie Nancy und Bet, dem Gemeindevorsteher Mr. Bumble und seiner Frau – und natürlich Oliver, dem kleinen Waisenjungen, der wegläuft, um sein Glück im London des 19. Jahrhunderts zu machen. Zwar hatten die wenigsten zu Beginn des Schuljahres wohl Charles Dickens Roman „Oliver Twist“ von vorn bis hinten jemals gelesen, aber da ja das Fernsehen bekanntlich auch bildet, waren viele bereits mit dem Stoff vertraut.

Eben noch Vampir oder Vampirjäger, wollten viele Schülerinnen und Schüler nun erneut ihr Können auf und hinter der Bühne unter Beweis stellen. Neues Casting – neues Glück. Nach anfänglichen Verzögerungen und einem längeren Findungsprozess war es dann nach den Herbstferien soweit, dass wir kontinuierlich und effektiv proben konnten. Nachdem Frau Brochtrop die Schule gewechselt hat, haben wir mit der neuen Kollegin Frau Meibeck eine kompetente und ausdauernde Leiterin des Instrumentalensembles bekommen.

Dank der großen Bemühungen, insbesondere sei hier die Regieassistenz hervorgehoben (Mustafa Nadjibi, Julia Garbe, Amelie Gohla und Julius Busch), wurden die vielen Szenen an langen Nachmittagen in und außerhalb der Aula immer und immer wieder geprobt. Mit einer teilweise schon eingespielten Crew gab es auch wieder viel Spaß, aber auch die ein oder andere Träne.

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An einigen Stellen erschien das Projekt als eine Nummer zu groß – die Musik hatte Probleme, weil bis weit ins zweite Halbjahr hinein noch nicht alle nötigen Musiker vorhanden waren, das Bühnenbild entwickelte sich zu Beginn auch recht zögerlich. Trotzdem blieben wir am Ball, immer mit der Zuversicht: Am Ende wird es ein geniales Stück!

Der große Durchbruch kam mit der Theaterfahrt im Mai nach Wolfenbüttel. Die Landesmusikakademie bot eine hervorragende Umgebung, um in professionellen Proberäumen mit Bühnentechnik, Gesangsräumen und leckerem Essen die ganzen Puzzleteile zusammenzusetzen und ein Stück zu zaubern, mit dem am Ende endlich das so herbeigesehnte Licht am Ende des Tunnels aufschimmerte.

Mit neuer Energie und viel Mut ging es nun mit großen Schritten weiter… nicht auf die Premiere in der Schule zu – zunächst gab es da noch einen anderen Termin. Im Rahmen des Wettbewerbs „Jugend spielt für Jugend“ ging es zunächst darum auf der Profibühne im Ballhof, Hannover zu bestehen. Stress und Druck fördert ja bekanntlich Leistung hin und wieder auch – das zeigte sich am 4. Juni, als wir das erste Mal „Oliver!“ auf den Brettern, die die Welt bedeuten zeigen durften – unsere „Feuerprobe“. Der große Applaus und die nachfolgenden Gespräche mit dem Publikum zeigten, dass wir gute Arbeit geleistet hatten.

Endlich war es am 11. Juni 2010 dann soweit, dass wir in der eigenen Kulisse der Aula in Empelde spielen konnten. Innerhalb der nächsten zwei Wochen sahen rund 1500 Zuschauer das Stück an sechs Abenden mit zwei unterschiedlichen Besetzungen. Dank der vielen helfenden Hände konnten wir auch 2009/2010 ein erfolgreiches Projekt zu einem glanzvollen Ende bringen.

Jens Siebert