Holocaust-Gedenkveranstaltung…

… in Ronnenberg. Schülerinnen und Schüler gestalten Erinnerungsarbeit aktiv mit.

Am 27. Januar fand in Ronnenberg die diesjährige Holocaust-Gedenkveranstaltung am Mahnmal für die vertriebenen und ermordeten jüdischen Bürgerinnen und Bürger statt. Die Veranstaltung wurde vom Förderverein Erinnerungsarbeit Ronnenberg (FER) in Kooperation mit der Stadt Ronnenberg und der Marie Curie Schule organisiert. Besonders hervorzuheben ist die rege Beteiligung von Schülerinnen und Schülern der Marie Curie-Schule, die sich im Unterricht intensiv mit dem historischen Kontext, dem Holocaust und der jüdischen Geschichte Ronnenbergs auseinandergesetzt haben und das Gedenken aktiv mitgestalteten.
Die Veranstaltung wurde mit einer Begrüßungsrede von Peter Hertel (FER) eröffnet:
Begrüßungsrede von Peter Hertel
Sehr verehrte, liebe Anwesende,
wir sind zusammengekommen, um den 27. Januar, den Internationalen Holocaust-Gedenktag, zu begehen. Der Gedenktag verweist auf den Jahrestag der Befreiung des KZ Auschwitz-Birkenau durch die Rote Armee im Jahr 1945. Er wurde von den Vereinten Nationen weltweit proklamiert. Auch der Europarat hat beschlossen, diesen Tag zu begehen als Gedenktag an den Holocaust und der Verhütung von Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Im Zusammenhang mit dem Gedenktag sollen im Schulunterricht Verbrechen gegen die Menschlichkeit und speziell der Holocaust thematisiert werden.
Der Förderverein Erinnerungsarbeit Ronnenberg, kurz FER, begeht seit langem diesen Tag jährlich mit einem Gedenken an diesem Mahnmal der Stadt Ronnenberg für die vertriebenen und ermordeten jüdischen Menschen – seit einigen Jahren gemeinsam mit der Stadt Ronnenberg und in Zusammenarbeit mit der Marie Curie-Schule.
Herzlich begrüße ich Sie alle, die gekommen sind, namentlich Marlo Kratzke, den Bürgermeister der Stadt Ronnenberg, und Kay Warneke, den Schulleiter der Marie Curie Schule, sowie die anwesenden Lehrerinnen und Lehrer. Vor allem aber begrüße ich Euch, die Schülerinnen und Schüler der Marie Curie Schule, dazu Hans-Jakob Erchinger, den Leiter des Fachbereichs „Geschichtlich-soziale Weltkunde“.
Der Leistungskurs Geschichte mit Katrin Löber, aus dem zwei Schülerinnen gemeinsam mit dem Bürgermeister das Blumengebinde an der jüdischen Erinnerungsstätte niedergelegt haben, hat in der vergangenen Woche einen Rundgang durch das sozusagen ehemalige jüdische Ronnenberg unternommen. Die 6. Klasse, die ebenfalls anwesend ist, hat im vergangenen Herbst die 25 Stolpersteine geputzt. Ebenfalls anwesend ist wieder die Klasse E3 mit ihrem Lehrer Mike Nebowsky.
In Gedanken bei uns sind heute besonders Max und Rosy Seligmann. Max Seligmann wurde in Auschwitz ermordet, seine Schwester Rosy wahrscheinlich, wenn sie nicht auf dem Transport dorthin ums Leben gekommen ist. Bei uns in Gedanken sind aber auch die Nachfahren der zwischen 1937 und 1939 aus Ronnenberg ausgestoßenen Juden, mit denen wir gemeinsam die Erinnerungsarbeit pflegen. Fünf von ihnen sind Mitglieder unseres Fördervereins; denn wir leisten unsere Erinnerungsarbeit nicht über die Ronnenberger Juden, sondern mit ihnen, um mit ihnen für eine demokratische, humane Zukunft zu wirken. Erst in der vergangenen Woche erhielten wir eine weitere E-Mail von ihnen, von Claude Seligmann aus New York, einem Großneffen von Max und Rosy Seligmann.
Und nun wird zunächst Marlo Kratzke eine Ansprache für die Stadt Ronnenberg halten. Dann spricht Mike Nebowsky für die Marie Curie-Schule und anschließend beteiligt sich die Klasse E3 wieder aktiv an dem Gedenken. Die Schülerinnen und Schüler haben verschiedene Redebeiträge zum heutigen Tag vorbereitet. So werden sie zum Beispiel über den historischen Kontext des Gedenktages berichten, das Vernichtungslager Auschwitz thematisieren, aber auch vor allem die Auswirkungen des Holocaust auf das jüdische Leben in Ronnenberg vorstellen.
Fotos: Hans-Jakob Erchinger