HAZ, 12.03.2026

Schüler im internationalen Vergleich: Lego-Roboter der Marie-Curie-Schule spielen oben mit

HAZ, 12.03.2026 – Von Uwe Kranz

Emotionale Präsentation: Bei den Wettbewerben der First Lego League müssen die Schüler ihre Konstruktionen vorstellen. Quelle: Viktoria Heupel

 

Eine Gruppe von Schülerinnen und Schülern der Marie-Curie-Schule kämpft nach ihren Anfängen in einer AG mit ihren Robotern inzwischen um internationale Erfolge. Die First Lego League ist aber nicht nur ein Wettbewerb, sondern für einige Teilnehmer auch die Chance für den Einstieg in einen Hightech-Beruf.

Was könnte Schülerinnen und Schüler dazu bewegen, freiwillig während der Ferien in die Schule zu gehen und auch unterrichtsfreie Zeit am Nachmittag dort zu verbringen? An der Marie-Curie-Schule sind es die Robotigers – eine Gruppe von naturwissenschaftlich begeisterten Jugendlichen, die sich für das Konstruieren, Bauen und Programmieren von Lego-Robotern begeistern. In Braunschweig haben sich die Robotigers jüngst auch für sie selbst gänzlich überraschend für ihren ersten internationalen Vergleich in der First Lego League in Leipzig qualifiziert.

„Wir gehören jetzt zu den letzten 25 Mannschaften aus den Ländern Deutschland, Österreich und der Schweiz. Um das einschätzen zu können: Das ist so, als wenn Hannover 96 plötzlich in der Fußball-Europa-League oder sogar der Champions League mitmacht“, sagt Achim Bohl begeistert. Der 66-jährige frühere Lehrer für Mathe, Physik und Informatik betreut die Robotigers auch im Ruhestand weiter, „weil sie mir am Herzen liegen“, wie er sagt. Gleichzeitig mit den Vorbereitungen auf Leipzig hat er bereits die Unterlagen für die Teilnahme an einem weiteren internationalen Wettbewerb eingereicht. Als Austragungsländer kommen die USA, Kanada, Griechenland, Südkorea und Australien infrage. Wenn es gut läuft, wird das Team aus Empelde dort Deutschland vertreten.

Lehrer hat „unglaublich viel Spaß“

Bohl hat „den Laden in der KGS Ronnenberg seit fast 20 Jahren kontinuierlich aufgebaut“. Dabei habe er immer wieder pädagogische, logistische und bürokratische Hürden aushalten und überwinden müssen. „Hier sind ein paar Lego-Roboter, mach eine AG“, hatte es zunächst an einer Schule in Sehnde für ihn geheißen. „Ich hatte damals keine Ahnung davon“, erzählt er. Gemeinsam
mit den Schülern habe er dann viel über die Technik gelernt. „Das hat unglaublich viel Spaß gemacht.“ Auch an der MCS erfolgt seit einigen Jahren der Einstieg für die Schülerinnen und Schüler in die Thematik über eine Roboter-AG. Die Jahrgänge 5 bis 7 müssen an der KGS verpflichtend an einer solchen AG teilnehmen. Diejenigen, die sich in der AG „anständig benehmen und sich als teamfähig und stressresistent erweisen“, dürfen anschließend bei den Robotigers weitermachen.

Erfolgreich: Die Robotigers der Marie Curie Schule in Empelde mit oihrem Lehrer Achim Bohl (links). Quelle: Robotigers

 

Vorbereitung auf das Leben

Für den pensionierten Lehrer sind die Robotigers die optimale Vorbereitung auf das spätere Leben. Neben der Förderung ihrer technischen und naturwissenschaftlichen Fähigkeiten müssen sie sich in den Wettbewerben durchsetzen und lernen, sich und ihre Projekte bei den geforderten Präsentationen ins richtige Licht zu stellen. Unterstützt wird die Gruppe bei ihrem Engagement von der Firma Vicom aus Hannover-Badenstedt. Der laut Bohl Weltmarktführer als Hersteller von optischen Prüfmaschinen belässt es aber nicht beim Sponsoring, sondern vermittelt den Robotigers bei Bedarf auch Praktika und bietet für die Zeit nach der Schule duale Studiengänge an.
Trotz Platz- und Finanzmangel stellt die MCS den Robotigers dauerhaft einen Raum zur Verfügung. Man habe festgestellt, „dass die AG etwas Wertvolles ist und der Roboterraum erhalten bleiben musste“, sagt Bohl erfreut. Die Schüler zahlen das jetzt mit ihrem Erfolg in Braunschweig zurück. „Viele junge Menschen sind von sich aus leistungsbereit. Man muss ihnen den Raum dafür schaffen“, stellt der pensionierte Lehrer fest.

Viele junge Menschen sind von sich aus leistungsbereit. Man muss ihnen den Raum dafür schaffen. (Achim Bohl, Leiter der Robotigers)

Konkurrenz hat bessere Bedingungen

Der Erfolg sei deshalb so unerwartet gewesen, weil sich unter den Konkurrenten teilweise private Vereine befinden, deren Talente aus großen Einzugsbereichen – etwa rund um Hamburg – „zusammengekarrt werden“, um sich auf Firmengeländen unter deutlich besseren Bedingungen vorzubereiten. „Die Kinder sind über sich hinausgewachsen“, stellt er anerkennend fest.
Die nächste Runde mit Teams aus Österreich und der Schweiz ist am 18. und 19. März in Leipzig, ehe es dann möglicherweise auf große Fahrt geht. Dafür benötigen die Robotigers allerdings Glück, denn die Teilnehmer für den internationalen Wettbewerb in Übersee werden ausgelost. Zuvor werden sich die Robotigers am Tag der offenen Tür der MCS am Samstag, 14. März,
gemeinsam mit vielen anderen Angeboten der KGS Ronnenberg vorstellen.


Das ist die First Lego League
Die First Lego League ist ein Bildungsprogramm für die sogenannten MINT-Fächer in den Naturwissenschaften. Veranstaltet wird es von dem eingetragenen Verein Hands on Technology seit 2002. Das Ziel ist es, zusammen mit einem internationalen Netzwerk aus Bildungsinstitutionen, Kinder und Jugendliche für Wissenschaft und Technik zu begeistern. Dabei können die Kinder und Jugendlichen Programmier- und Konstruktionskonzepte kennenlernen und vertiefen, bauen einen autonomen Lego-Roboter und programmieren diesen. Dabei forschen sie zu einem Saisonthema aus Wissenschaft und Technik, entwickeln eine innovative Lösung und erstellen eine entsprechende Präsentation. Der Verein legt nach eigener Angabe Wert auf Werte wie respektvollen Umgang, gemeinsames Erleben und kritisches Denken. Die Ergebnisse werden in Wettbewerben präsentiert. Gefordert werden von den Teilnehmenden ein erhöhtes Interesse an MINT-Themen, erhöhte Problemlösefähigkeit, ein gesteigertes Vermögen, eigene Ideen auszudrücken, sowie eine ausgeprägte Teamfähigkeit.


HAZ, 12.03.2026 – Von Uwe Kranz